Aufbau & Gliederung wissenschaftlicher Arbeiten

Eigene Zusammenfassung (kein Volltext) nach Balzert/Schröder/Schäfer, Wissenschaftliches Arbeiten, 3. Auflage, Teil II, Kapitel 6 (Inhaltlicher Aufbau, S. 63 ff.) und Kapitel 8 (Formaler Aufbau, S. 95 ff.). Ziel: ein wiederverwendbares Gerüst für die eigene Zulassungs-, Projekt- und Masterarbeit.

A) Inhaltlicher Aufbau (roter Faden)

Jede wissenschaftliche Arbeit folgt im Prinzip derselben Logik: Ausgangspunkt ist ein Problem, eine Fragestellung oder eine Vision. Diese wird klar formuliert UND begründet – warum ist es ein relevantes Problem für die Disziplin? Mögliche Begründungen:

  • bekannte Erkenntnisse sind unzureichend,
  • widersprüchliche Befunde in der Literatur,
  • Erweiterung bisherigen Wissens,
  • neue Techniken erlauben Neues.

Wichtig (Ehrlichkeit): angeben, ob das Thema selbst erkannt oder vorgegeben wurde (von wem). Fehlt die Relevanz, sollte das Thema nicht bearbeitet werden.

B) Vier Typen wissenschaftlicher Arbeiten (Kap. 6)

Der inhaltliche Aufbau variiert je nach Typ:

  • Literaturarbeit – Aufarbeitung, Vergleich, Klassifikation/ Typisierung vorhandener Quellen.
  • Empirische Arbeit – eigene Datenerhebung/Untersuchung mit Hypothesen, Methode, Auswertung.
  • Konstruktive Arbeit – Entwicklung eines Artefakts/Systems/ Verfahrens.
  • Theoretische Arbeit – Herleitung/Modellbildung auf theoretischer Ebene.

C) Formaler Aufbau – Bestandteile in dieser Reihenfolge (Kap. 8)

  1. Deckblatt (Titel, Autor, Betreuer, Hochschule)
  2. Zusammenfassung/Abstract (falls erforderlich)
  3. Sperrvermerk (falls erforderlich)
  4. Inhaltsübersicht (nur wenn Inhaltsverzeichnis über mehrere Seiten geht)
  5. Inhaltsverzeichnis — VERPFLICHTEND
  6. Textteil: Einleitung – Hauptteil – Schluss/Fazit
  7. Anhänge (falls vorhanden)
  8. Abkürzungs-, Abbildungs-, Tabellen-, Formel-, Symbolverzeichnis (falls vorhanden; Empfehlung: hinten statt direkt nach dem Inhaltsverzeichnis)
  9. Literaturverzeichnis — VERPFLICHTEND
  10. Personen-/Organisationsindex (selten)
  11. Ehrenwörtliche/eidesstattliche Erklärung (bei prüfungsrelevanten Arbeiten)

Merkregeln

  • Inhalts- und Literaturverzeichnis sind immer Pflicht.
  • Vorgaben von Hochschule und Betreuer haben IMMER Vorrang vor allgemeinen Regeln.
  • Eine wissenschaftliche Arbeit hat (anders als ein Buch) kein Vorwort.
  • Bei prüfungsrelevanten Arbeiten oft zusätzlich digitale Abgabe (Plagiatsprüfung).

Zusammenhänge