Zitieren & Quellen
Eigene Zusammenfassung (kein Volltext) nach Balzert/Schröder/Schäfer, Wissenschaftliches Arbeiten, 3. Auflage, Teil III, Kapitel 13 (Recherchieren, Ordnen, Lesen, Zitieren, S. 168 ff.). Ziel: ein kompakter, durchsuchbarer Referenzkatalog der Zitierregeln für die eigene Schreibpraxis.
Grundprinzip
Jede Übernahme fremden Gedankenguts muss belegt werden – wörtlich wie sinngemäß. Eine einmal gewählte Zitierweise ist durchgängig einzuhalten. Ins Literatur-/Quellenverzeichnis kommen nur Quellen, die tatsächlich verwendet/zitiert wurden.
Anforderungen an Quellen
- Zitierfähigkeit: nur veröffentlichte, kontrollierbare und wiederauffindbare Quellen. Internetquellen sind heikel (URLs ändern sich, zeitlich begrenzt verfügbar) → für Kontrollierbarkeit sorgen, z. B. als PDF archivieren und bei prüfungsrelevanten Arbeiten auf Datenträger beilegen.
- Zitierwürdigkeit: separat prüfen – hat die Quelle wissenschaftlichen Wert?
- Eignung nach Typ:
- Monografien → für grundlegende, gefestigte Erkenntnisse.
- Fachzeitschriftenartikel → für aktuelle Erkenntnisse.
- Internetquellen → für hochaktuelle Ergebnisse.
Direktes (wörtliches) Zitat
- Buchstaben- und zeichengenau übernehmen – auch alte Rechtschreibung und sogar Fehler des Originals.
- Fehler im Original mit
[sic!]kennzeichnen. - Kürzungen sind erlaubt (mit
[...]), solange die Aussage nicht verfälscht wird. - Eigene Anmerkungen innerhalb des Zitats mit
[..., Anm. d. Autors]kennzeichnen; Anmerkungen im eigenen Text außerhalb des Zitats nicht. - Typografisch korrekte Anführungszeichen „…” verwenden, nicht ”…“.
Indirektes Zitat (Paraphrase)
- Sinngemäße, zusammengefasste Wiedergabe in eigenen Worten.
- Dem Quellenverweis wird „Vgl.” (Vergleiche) vorangestellt.
Sekundärzitat
- Wenn die Originalquelle nicht selbst eingesehen wurde: „zitiert nach:” verwenden.
- Beide Werke (Original UND die tatsächlich gelesene Quelle) ins Literaturverzeichnis aufnehmen.
Fremdsprachige Zitate
- Sprachkenntnisse der Zielgruppe beachten.
- Bei Übersetzung: möglichst präzise übersetzen, das Original als Fußnote beifügen und den Übersetzer zwingend nennen.
Quellenverweis (Wie wird verwiesen?)
- Kurzverweis an der Zitatstelle – entweder als Fußnote oder direkt im
Text, z. B.
(vgl. [Must99, S. 154 f.]). - Immer mit genauer Seitenangabe.
- Folgeseite-Konvention:
- „f.” → eine folgende Seite.
- „ff.” → mehrere folgende Seiten.
Praxis-Checkliste (Eigenanwendung)
- Zitierweise früh festlegen und im gesamten Dokument durchhalten.
- Pro Quelle Zitierfähigkeit UND Zitierwürdigkeit prüfen.
- Internetquellen als PDF archivieren (Zugriffsdatum festhalten).
- Direkte Zitate buchstabengetreu, mit
[sic!],[...],[..., Anm. d. Autors]und typografischen Anführungszeichen. - Indirekte Zitate immer mit „Vgl.” einleiten.
- Sekundärzitate mit „zitiert nach:” und beide Quellen ins Literaturverzeichnis.
- Fremdsprachige Zitate: Übersetzung präzise, Original als Fußnote, Übersetzer nennen.
- Jeder Verweis enthält genaue Seitenangabe (
S. 154,S. 154 f.,S. 154 ff.). - Literaturverzeichnis enthält ausschließlich verwendete Quellen.
Zusammenhänge
- Verbindlicher Zitierstil für die eigene Schreibpraxis: zitierstil.
- Vorgelagerte Standards: Qualitätskriterien, Aufbau & Gliederung.