Die zwölf Qualitätskriterien wissenschaftlichen Arbeitens
Eigene Zusammenfassung (kein Volltext) nach Balzert/Schröder/Schäfer, Wissenschaftliches Arbeiten, 3. Auflage, Teil I, Kapitel 3 (S. 13–48). Die Kriterien dienen als Checkliste für die Bewertung eigener und fremder wissenschaftlicher Arbeiten und sind die normative Grundlage der Wissenschaftsethik im Sinne des Buches.
Checkliste
- Ehrlichkeit – Beobachtungen und Ergebnisse wahrheitsgemäß wiedergeben. Keine Plagiate, Täuschung, Datenmanipulation oder erfundenen Ergebnisse. Ehrlichkeit gegenüber sich selbst und anderen ist die Grundnorm; Ehrgeiz rechtfertigt keine Unredlichkeit.
- Objektivität – Sachlich, vorurteilsfrei, neutral formulieren. Ergebnisse sollen unabhängig von der eigenen Person zustande kommen. Emotionale Ich-Formulierungen vermeiden; Gegenpositionen einbeziehen; nötige Wertungen klar als persönlich kennzeichnen.
- Überprüfbarkeit – Aussagen nachprüfbar machen: Vorgehen dokumentieren und begründen, Methoden/Instrumente beschreiben, vollständige Quellen- und Herkunftsangaben.
- Reliabilität – Zuverlässigkeit und Messgenauigkeit; bei Wiederholung unter gleichen Bedingungen gleiche Ergebnisse. Fehlerhafte Instrumente können Resultate vortäuschen.
- Validität – Gültigkeit: Misst man wirklich, was man messen will? Geeignete Methoden und repräsentative Stichproben wählen.
- Verständlichkeit – Klar und präzise schreiben; Visualisierungen nutzen; Praxistest durch Gegenlesen.
- Relevanz – Thema und Inhalte müssen Bedeutung und Informationswert haben.
- Logische Argumentation – Schlüssig von Prämissen zur Konklusion argumentieren; Fehlschlüsse vermeiden.
- Originalität – Eigenständiger Beitrag, eigene Ideen statt bloßer Wiedergabe.
- Nachvollziehbarkeit – Der Weg zu den Ergebnissen muss rekonstruierbar sein; Lösungsprozess transparent dokumentieren.
- Fairness – Fairer Umgang mit Quellen und anderen Forschenden: korrekt und vollständig zitieren, fremde Leistung anerkennen; ehrliche Selbstprüfung der Arbeit.
- Verantwortung – Verantwortung für die Inhalte: gegenüber sich selbst, dem Team, der Wissenschaft als System und für die internen wie externen Folgen der Ergebnisse.
Einordnung
Die zwölf Kriterien bilden den ethischen Rahmen, an dem sich jede wissenschaftliche Arbeit messen lassen muss. Sie sind nicht unabhängig, sondern stützen sich gegenseitig: Überprüfbarkeit und Nachvollziehbarkeit setzen ehrliche und faire Dokumentation voraus; Reliabilität und Validität sichern technisch die Aussagekraft; Originalität und Relevanz rechtfertigen den wissenschaftlichen Beitrag überhaupt. Für die Zulassungsarbeit lohnt es, die Liste am Ende der Schreibphase als Selbstprüf-Checkliste durchzugehen.