Forschungsdesign

Fundament der Arbeit. Modelldetails: modellkonzept. Baseline-Entwurf: fsm-zustandstabellen. Gliederung: outline.

Leitprinzip

Methoden-offen und vergleichend. Nicht „ich baue Verfahren X”, sondern: Welches Verfahren steuert die Passagiere empirisch am besten? Heuristische (zustandsbasiert/Kostenmodell), optimierende und lernende (ML/RL) Ansätze sind gleichberechtigte Kandidaten — das empirisch beste gewinnt.

Roter Faden

Leitfrage (die die ganze Arbeit beantwortet):

Welches automatische Steuerungsverfahren erreicht die manuelle Steuerung mindestens (Non-Inferiorität) — idealerweise besser — und warum?

Jedes Kapitel verdient seinen Platz nur, wenn es diese eine Frage beantworten hilft (Maßstab gegen Ausufern).

Der Bogen → Kapitel (outline):

  1. Problem + Frage + Kriterium → Kap. 1
  2. Stand der Technik (zeigt die Lücke) → Kap. 2
  3. Ausgangslage BER/APLS/Xovis + FSM-Baseline → Kap. 3
  4. Konzept + begründete Auswahl der 2–3 aussichtsreichsten Verfahren → Kap. 4
  5. Umsetzung dieser Kandidaten auf Realdaten → Kap. 5
  6. Dreivergleich manuell/FSM/Kandidaten + Non-Inferiorität → Kap. 6
  7. Diskussion/Ausblick → Kap. 7–8

Umfang-Leitplanken:

  • Kern ist die Evaluation auf Realdaten, nicht die Theorie — Grundlagen nur so tief wie nötig, um die Auswahl zu begründen.
  • 2–3 Kandidaten, nicht mehr (FSM/Kostenmodell · optimierend · optional ML/RL).
  • Prototyp offline auf historischen Daten, kein Produktiv-Deployment.
  • „Methoden-offen = das beste gewinnt” ist das Sicherheitsnetz: der begründete Vergleich ist das Ergebnis, auch wenn ein ambitionierter Ansatz nicht gewinnt.
  • Risiko-Reihenfolge: FSM/Kostenmodell zuerst (sicher), dann das Ambitionierte.

Forschungsfragen

  • FF1 (Kern): Kann eine anzeigebasierte, algorithmische Steuerung die heutige manuelle Steuerung mindestens erreichen (Non-Inferiorität), ohne durch die Rückkopplung neue Staus zu erzeugen?
  • FF2 (Vergleich): Welche Verfahrensfamilie (heuristisch/zustandsbasiert, optimierend, lernend) liefert unter realen Bedingungen die beste Steuerungsleistung?
  • FF3 (Modellierung): Wie lassen sich Wegkosten (standortgenau) und die volatile Wartezeitprognose zu einer belastbaren Entscheidungsgröße verbinden?

Vergleichsdesign (drei Ebenen)

  1. Manuelle Steuerung — produktiver Status quo = Baseline.
  2. FSM-Erstentwurf — zonenbasiert, erster Algorithmus (nicht produktiv) = Zwischen-Vergleichspunkt.
  3. Kandidatenverfahren — Kostenmodell-basiert · optimierend · ML/RL = die untersuchten Vorschläge.

Ergebnis zeigt sowohl absolute Güte (vs. manuell) als auch den Fortschritt über die Verfahrensfamilien.

Evaluation

  • Datengrundlage: reale APLS-Betriebsdaten (PWT, WT, Warteschlangenlängen, Abfluss); ergänzend Simulation für unterabgedeckte Szenarien.
  • Metriken: Auslastungs-Ungleichheit (Varianz vs. Max — offen), Ø-/Max- Gesamtdurchlaufzeit (Weg + Wartezeit), Steuerungsleistung.
  • Erfolgskriterium — zweiteilig (beides nötig für „funktioniert als Ersatz”):
    1. Leistung: Non-Inferioritäts-Test gegen die manuelle Baseline (Marge Δ vorab festgelegt und begründet); Verbesserung wünschenswert.
    2. Betriebstauglichkeit (autonomer Betrieb): Abdeckung aller Betriebssituationen (nicht nur Normalfall), Graceful Degradation bei Störungen (Sensorausfall, Extremspitzen), Einhaltung von Worst-Case-Schranken (nicht nur Ø), Autonomie ohne Mensch-in-der-Schleife. Robustheitslatte höher, weil keine menschliche Rückfallebene mehr existiert (unbeaufsichtigte Automatisierung).
  • WT liefert realisierte (nicht nur simulierte) Wartekosten und Ground Truth zur PWT-Kalibrierung.

Formales Vorgehen (spiegelt die Zulassungsarbeit)

  1. Literaturrecherche entlang der Themen-Map (s. u.) → Kandidaten-Quellen.
  2. Beschaffung — zentrale Bibliothek index, Drei-Wege- Konsistenz (Quellenkarte · PDF · BibTeX), Tracking analog beschaffung.
  3. Lesen/Synthese — Quellenkarten 01_arbeiten/01_zulassungsarbeit/B_literatur/quellen/<BibKey>.md, Wissensdomänen unter D_fachwissen/, roter Faden.
  4. Gliederung outline finalisieren.
  5. Schreiben (ab SS 2027) in LaTeX (i-studis), Methodik nach 01_arbeiten/00_methodik/.

Formvorgaben der MA-PO sind noch TBD — Literatur-Disziplin wird übernommen, exakte Zitier-/Abgaberegeln werden bestätigt, sobald die MA-PO vorliegt.

Themen-Map (Recherche, methoden-offen)

  1. Flughafen-Passagiersteuerung / Sicherheitskontrollen (dynamic signage, wayfinding, checkpoint operations)
  2. Warteschlangentheorie & Wartezeitprognose (Queueing, Little, Fluidmodelle; ML-Wartezeitprognose)
  3. Routing unter Kongestion (Wardrop, User-/System-Optimum, Congestion Games, Braess)
  4. Online-Load-Balancing / dynamische Zuweisung (OR, Scheduling)
  5. Zeitreihenprognose & ML (ARIMA, LSTM/RNN, Gradient Boosting; RL für Routing/Zuweisung; predictive control)
  6. Steuerung über Information / Compliance / Nudging
  7. Regel-/zustandsbasierte Steuerung & Hysterese (Schaltsteuerung)
  8. Fairness & Mehrkriterien-Optimierung (min-max, Multi-Objective)
  9. Evaluations-/Non-Inferioritäts-Methodik