Zitierstil
Die LaTeX-Vorlage (i-studis.cls) setzt verbindlich \bibliographystyle{geralpha} zusammen mit \usepackage{bibgerm} — deutsche alphabetische Zitierweise (Kürzel wie [HTF09], [Bre01], [Mur22]).
- Fachliche Zitierregeln (Direktzitat, Paraphrase, Sekundärzitat, Quellenanforderungen): zitieren-und-quellen
- Pflichtangaben je Quellentyp im Literaturverzeichnis: literaturverzeichnis
- LaTeX-Setup und Einbindung von
literatur.bib: latex_vorlage
BibKey-Konvention
Verbindlich, generiert automatisch durch geralpha (BibTeX-Stil), siehe BSS22 Kap. 13.3.4 für die Theorie der Kurzzitierweise mit Namenskürzel.
| Autoren-Anzahl | Format | Beispiel |
|---|---|---|
| 1 Autor | 3 Buchstaben Nachname + 2 Zahlen Jahr | [Mur22] für Murphy 2022 |
| 2 Autoren | 1+1 Buchstabe Nachnamen + 2 Zahlen Jahr | [BS22] für Balzert/Schröder |
| 3 Autoren | 1+1+1 Großbuchstabe + 2 Zahlen Jahr | [HTF09] für Hastie/Tibshirani/Friedman |
| 4+ Autoren | 3 Erstbuchstaben + + + 2 Zahlen Jahr | [JWH+23] für James et al. (5 Autoren) |
| Mehrere Werke gleichen Jahres | Suffix a/b/c an Jahr | [Qui86a], [Qui86b] |
| Unbekannter Autor | Anon + 2 Zahlen Jahr | [Anon76] |
Hinweis zu Balzert (BSS22 Kap. 13.3.4): Das Buch nennt 4 Buchstaben für 1 Autor ([Must01]). Unsere LaTeX-Vorlage nutzt aber geralpha, das nach internem Standard nur 3 Buchstaben generiert. Da die HS-Beispielvorlage selbst [Pha20] zeigt (3 Buchstaben), folgen wir geralpha → HS-konform.
Konflikte: Wenn zwei Quellen denselben Key erzeugen würden, Suffix a, b, c — z.B. Bre84a und Bre84b.
Sonderfälle:
- Institution als Autor (kein Personen-Name): Akronym + Jahr, z.B.
ISO19,BSI23 - Umlaute im Namen: ASCII-Äquivalent (Schäfer →
Sch)
Drei-Wege-Konsistenz (Pflicht für HS-Abgabe)
literatur.bib-Key = das geralpha-Label, z.B.@book{HTF09, …}\cite{}-Aufruf im Text =\cite{HTF09}→ druckt[HTF09]- PDF-Dateiname:
01_arbeiten/01_zulassungsarbeit/B_literatur/pdfs/HTF09.pdf, in der AbgabeKühr_Alexander/Literatur/Quellen/HTF09.pdf - Quellen-Karte im Vault:
01_arbeiten/01_zulassungsarbeit/B_literatur/quellen/HTF09.md
Aus diesem Grund wurden am 2026-06-28 vier BibKeys von Erstautor-Kürzeln auf geralpha-Konvention umbenannt: Bal22→BSS22, Has09→HTF09, Jam23→JWH+23, Ker19→KLR19.
M-Marker-System (HS-Vorgabe aus 1_Recherche-Tutorium, Fol. 57–60)
Jede zitierte Textstelle wird in der Quellen-PDF als PDF-Kommentar mit Marker-Label M1, M2, M3 … fortlaufend markiert. Im eigenen Text erscheint der Marker in der Zitation, damit jede Aussage bis zur Textstelle in der Quelle zurückverfolgbar ist.
Nummerierungs-Regel
- Pro Quelle beginnt die Nummerierung bei M1 und läuft fortlaufend hoch
- Nicht nach Kapitel, nicht nach Seite — pro Quelle einmal durch (M1, M2, M3, … M22 …)
- Kommentar-Text neben dem Marker: optional Kurz-Notiz (z. B.
Theorem 11.1,Beweis,vgl. M1)
Pragmatische Vereinfachung (eigene Konvention, 2026-07-14)
Marker werden nur gesetzt, wenn mehr als ein Zitat auf derselben Buchseite liegt. Bei einem einzigen Zitat pro Seite reicht die Seitenangabe zur eindeutigen Identifikation; ein M1 wird dann weggelassen. Die HS-Vorgabe wird damit im Kern erfüllt (jede Zitat-Stelle ist eindeutig identifizierbar), ohne redundante Markierungen zu erzwingen.
- Ein Zitat auf Seite X:
\cite[S.~X]{BibKey}, keine PDF-Markierung mit Label - Mehrere Zitate auf Seite X:
\cite[S.~X, M1]{BibKey},\cite[S.~X, M2]{BibKey}, PDF-Highlight + Label
PDF-Markierung technisch
- PDF-Text markieren (Highlight)
- Kommentar öffnen und Label eintragen:
M1,M2, … - Im Vault liegen die PDFs unter
01_arbeiten/01_zulassungsarbeit/B_literatur/pdfs/<BibKey>.pdf, dort direkt markieren
Captions: knapp als Headline, Beschreibung im Fließtext (eigene Konvention, 2026-07-14)
Abbildungs- und Tabellenunterschriften (\texttt{\textbackslash caption{}}) werden knapp gehalten und dienen als Headline für das Objekt. Ausführliche Beschreibung, Legende und Interpretation stehen im Fließtext, der die Abbildung/Tabelle einführt.
Ziel-Länge: ein Satz, maximal zwei Zeilen. Reine Benennung des Dargestellten, keine Legende, keine Interpretation.
Beispiele:
- Gut: „Allgemeine Struktur eines binären Entscheidungsbaums.”
- Zu lang (nicht mehr verwenden): „Allgemeine Struktur eines binären Entscheidungsbaums. Innere Knoten enthalten Tests an Merkmalen, Kanten repräsentieren die möglichen Testergebnisse, Blätter die Vorhersage.”
Diese Konvention gilt in allen Kapiteln und für alle Abbildungen/Tabellen.
Abgabe-Konvention: Zitat-Kontext statt komplettes Werk (eigene Konvention, 2026-07-14)
Für die HS-Abgabe wird pro Buch nicht das komplette Werk beigelegt, sondern nur der Zitat-Kontext: maximal ein Kapitel je Buch, das die zitierten Passagen enthält. Für Zeitschriftenaufsätze wird der komplette Aufsatz beigelegt (in der Regel unter 30 Seiten).
Konsequenzen:
- Bücher (BFOS84, Qui93, Gin12, BSS22) werden pro zitiertem Abschnitt nur kapitelweise als PDF vorbereitet
- Papers (Sha48, Qui86, Bre96, Bre01, RS04, PNRB15) werden komplett beigelegt
- Beim Schreiben wird eine Liste der zitierten Kontexte gepflegt unter zitat-kontexte
- Am Ende der Arbeit werden alle Zitat-Kontexte gesammelt legal beschafft (Subito, HS-Fernleihe oder eigene PDFs aus vorhandenen Beständen)
Seitenangabe: Buchseite, nicht PDF-Seite (KRITISCH)
Die Seitenangabe in \cite bezieht sich auf die gedruckte Buchseite bzw. Paperseite, wie sie in der Quelle selbst erscheint — nicht auf die PDF-Seitennummer im Reader.
Beispiel: In einem Buch beginnt der eigentliche Text auf Buchseite 1, aber im PDF ist das die 15. Seite (wegen Titelei, Widmung, Inhaltsverzeichnis). Zitiert wird S. 1, nicht S. 15.
LaTeX-Syntax
Basis: \cite[<Seite>, <M-Marker>]{<BibKey>}
| Situation | Syntax | Ausgabe |
|---|---|---|
| Ein Zitat aus einer Quelle | \cite[S.~305, M1]{HTF09} | [HTF09, S. 305, M1] |
| Mehrere Marker auf gleicher Seite | \cite[S.~1, M8, M9]{Bre01} | [Bre01, S. 1, M8, M9] |
| Verschiedene Seiten derselben Quelle | \cite[S.~1, M8]{Bre01} \cite[S.~2, M12]{Bre01} | [Bre01, S. 1, M8] [Bre01, S. 2, M12] |
| Zwei Quellen im selben Verweis | \cite[S.~1, M1]{Qui86}, \cite[S.~5, M2]{Bre01} | [Qui86, S. 1, M1], [Bre01, S. 5, M2] |
| Paraphrase mit „vgl.” | (vgl.~\cite[S.~305, M1]{HTF09}) | (vgl. [HTF09, S. 305, M1]) |
| Woertliches Zitat (Anfuehrungszeichen + kursiv) | \textit{„Text\grqq{}}~\cite[S.~305, M1]{HTF09} | „Text” [HTF09, S. 305, M1] |
Das nicht-brechbare Leerzeichen ~ vor \cite verhindert einen Zeilenumbruch zwischen letztem Wort und Zitation.
Mehrseitige Zitate: f. / ff. statt Bindestrich-Bereich
Erstreckt sich eine zitierte Passage über mehrere aufeinanderfolgende Seiten, wird die deutsche Wissenschaftskonvention mit f. bzw. ff. verwendet, nicht ein Seitenbereich mit Bindestrich.
| Umfang | Syntax | Ausgabe |
|---|---|---|
| 1 Seite | \cite[S.~88, M1]{Qui86} | [Qui86, S. 88, M1] |
| 2 aufeinanderfolgende Seiten (88+89) | \cite[S.~88\,f., M2]{Qui86} | [Qui86, S. 88 f., M2] |
| 3 oder mehr aufeinanderfolgende Seiten (88, 89, 90 …) | \cite[S.~88\,ff., M3]{Qui86} | [Qui86, S. 88 ff., M3] |
| Nicht-aufeinanderfolgende Seiten | getrennte \cite-Aufrufe | [Qui86, S. 88] und [Qui86, S. 95] |
Das schmale nicht-brechbare Leerzeichen \, vor f. bzw. ff. verhindert einen Zeilenumbruch zwischen Zahl und Kürzel. Der Punkt gehört fest zu f. bzw. ff. (Abkürzung für „folgende Seite” bzw. „folgende Seiten”).
Kein Bindestrich-Bereich wie S.~88--90 und keine Kapitel-Bereiche wie S.~22--30. Ganze Kapitel werden grundsätzlich nicht zitiert — statt eines großen Bereichs sind mehrere prägnante Einzel- oder Kleinseiten-Zitate zu setzen, jedes für die konkret belegte Aussage. Nicht-zusammenhängende Fundstellen immer getrennt: \cite[S.~22, M1]{BFOS84} und \cite[S.~28, M2]{BFOS84}, nicht als Bereich zusammengefasst.
Wörtliche Zitate: Anführungszeichen + kursiv (HS-Vorgabe)
Wörtliche Übernahmen aus einer Quelle werden doppelt gekennzeichnet:
- In deutsche typografische Anführungszeichen gesetzt (
„…"— unten öffnend, oben schließend) - Zusätzlich kursiv gesetzt
Beide Kennzeichnungen zusammen — nicht nur eine.
LaTeX-Syntax:
\textit{„Wörtlicher Zitattext\grqq{}}~\cite[S.~305, M1]{HTF09}Alternativen für die Anführungszeichen in i-studis / bibgerm:
„…\grqq{}— die klassische bibgerm-Variante (verwendet)„…\textquotedblright— Unicode-Variante- Mit
csquotes-Paket:\enquote{…}(kontextsensitiv, aber i-studis lädt es standardmäßig nicht)
Beispiel im Fließtext:
Die Definition von Random Forests lautet nach Breiman „A random forest is a classifier consisting of a collection of tree-structured classifiers …” [Bre01, S. 5, M1].
Paraphrase vs. wörtliches Zitat:
- Paraphrase (sinngemäße Wiedergabe in eigenen Worten): kein Kursiv, keine Anführungszeichen, mit
\citeund optionalvgl. - Wörtliches Zitat (exakte Übernahme): Anführungszeichen und kursiv, mit
\cite(keinvgl.)
Zitat im Zitat (wenn die Quelle selbst zitiert):
Innere Anführungszeichen werden zu einfachen deutschen Anführungszeichen ‚…' (\glq…\grq).
Auslassungen in wörtlichen Zitaten mit […], Ergänzungen zur Verdeutlichung mit [Ergänzung] — der Rest muss wortwörtlich sein.
Übersetzungen englischer Quellen: wenn du ein englisches Zitat übersetzt, ist es keine wörtliche Wiedergabe mehr → Paraphrase, keine Anführungszeichen, kein Kursiv. Wenn du das englische Original wörtlich übernehmen willst: englisches Original in Anführungszeichen + kursiv setzen, dann in Klammern die eigene Übersetzung als Paraphrase.
Sekundärzitate strikt vermeiden
Bezieht sich eine Aussage in einer Sekundärquelle auf eine ursprünglichere Quelle, so ist die Ursprungsquelle direkt zu zitieren und ins Literaturverzeichnis aufzunehmen — nicht die Sekundärquelle.
Beispiel aus dem HS-Tutorium (1_Recherche.pdf, Fol. 47–52):
Ein Autor Jef18 schreibt: „Die Fehlerquote von Radiologen liegt bei 3–5 %” und verweist dazu auf Brady 2017.
Falsch: [Jef18, S. 5]
Richtig: [Bra17] (die Originalarbeit von Brady)
Man muss die Ursprungsquelle besorgen und selbst zitieren. Nur wenn die Ursprungsquelle nicht mehr zu beschaffen ist (Ausnahmefall), erlaubt der Balzert-Standard einen expliziten Sekundärverweis mit Kennzeichnung „zit. nach”.
Bezug Text↔Quellenangabe eindeutig
Die Zuordnung, welche Aussage aus welcher Quelle stammt, muss klar sein. Vermeidbare Ambiguität:
- ❌ Am Absatzende
[Qui86, Bre01]ohne zu wissen, welcher Satz zu welcher Quelle gehört - ✅ Am Ende jedes Satzes die spezifische Quelle: „ID3 wurde 1986 vorgestellt [Qui86, S. 81, M1]. Random Forests folgten 2001 [Bre01, S. 5, M1].”
Fußnoten-Quellen
Webquellen und alle Quellen, die nicht ins Literaturverzeichnis dürfen, werden im Fließtext per Fußnote referenziert und in Kühr_Alexander/Literatur/Fußnoten/ als PDF beigelegt.
- Dateiname:
S_<Seite>_Nr_<Fußnote>_M<Marker>.pdf(z. B.S_6_Nr_3_M1.pdf) - Textstellen in der Fußnoten-PDF ebenfalls per M-Marker markieren
- LaTeX-Syntax für Fußnoten:
\footnote{Autor/Institution: \textit{Titel}, \url{https://…}, Abruf am TT.MM.JJJJ.}
Zusammenhänge
- Abgabe-Formalia komplett: abgabe-checkliste
- Playbook zum ZIP-Bau: manuskript-abgabe (noch anzulegen)
- Fachliche Zitierregeln: zitieren-und-quellen
- Literaturverzeichnis-Formate: literaturverzeichnis